Chronik

Die Geschichte der evangelischen Kirche in Tiengen beginnt  mit dem Übergang des Klettgaus an das Großherzogtum Baden. Evangelische Mitbürger sind in Tiengen seit den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts nachweisbar. 1871 hat der Pastorationsgeistliche Ludwig aus Waldshut in Tiengen die Gründung einer Glaubensgemeinschaft angeregt. Danach fanden in Tiengen die ersten Gottesdienste im Rathaus statt. Später war die kleine Gemeinde dann Gast bei der altkatholischen Glaubensgemeinschaft, der nach ihrer Gründung die Kreuzkapelle zugesprochen worden war.

1904 fasste der Kirchenvorstand dann den Beschluss, den Bau einer eigenen Kirch in Angriff zu nehmen. Unterstützung kam aus dem gesamten Deutschen Reich, besonders über den Gustav-Adolf Verein, von Schweizer Hilfsvereinen aus Basel, Bern, Zürich und vielen anderen Orten und von der Landeskirche. Am Sonntag, 2.September 1906 wurde die Christuskirche feierlich eingeweiht.

1921 erhielt die Gemeinde dann einen eigenen Vikar und 1926 wurde das Vikariat zu einer selbständigen Pfarrei erhoben. Der erste Tiengener Stadtpfarrer Hans Burckhardt, der hier bis 1949 wirkte. Nach der Machtergreifung stand er sehr kritisch zu den Nationalsozialisten und bekannte sich offen zu der bekennenden Kirche, die sich der Unerordnung der evangelischen Christen unter das Diktat der braunen Partei und ihrer Inhalte widersetzte.

 

Von 1949 bis 1979 wirkte Pfarrer Richard Großkopf in Tiengen. Bedingt durch die Vertreibung von Millionen Menschen aus deutschen und deutschsprachigen Gebieten in Mittel- und Osteuropa und die Zerstörungen des Krieges herrschte nach 1945 überall eine unsägliche Wohnungsnot. In Südbaden lebten bis 1949 nur wenige Heimatvertriebene. Nach Gründung der Bundesrepublik setzten dann Umsiedlungsaktionen aus Schleswig Holstein und Niedersachsen ein und auch in Tiengen mussten Wohnungsbesitzer Teile ihrer Räume den Umsiedlern  zur Verfügung stellen. In dieser trostlosen Situation initiierte Pfarrer Großkopf die Gründung der Baugenossenschaft, den heutigen Förderungskreis. So konnten viele Mitbürger, besonders aber die Heimatvertriebenen eine Wohnung oder ein Eigenhiem finden.

 

1952 erhielt die Gemeinde auf dem bestehenden Kirchengelände einen Kindergarten. Die Jugend erhielt im Kellergeschoss einen eigenen Jugendraum.

1971 wurde Lauchringen zur eigenen Pfarrei erhoben.

Von 1979 bis 1995 wurde die Gemeinde von Pfarrer Paul Gerhard Lassahn betreut, der bereits unter Pfarrer Großkopf zwei Jahre als Vikar in Tiengen tätig war. In seiner Amtszeit wurden verschiedenen Gruppierungen, wie der „Treffpunkt“ und der Besuchsdienstkreis ins Leben gerufen. 1982/83 wurde dann das Gemeindehaus gebaut, in dem sich die kirchlichen Gruppen und die Gemeindejugend treffen. In den Räumen des Gemeindehauses findet auch das Gemeindefest statt.

 

Von 1996 bis 2006 versieht Pfarrer Jörg Allgeier Dienst in der Gemeinde. In dieser Zeit werden die Zusammenarbeit mit der Lauchringer Gemeinde und die ökumenische Arbeit mit der katholischen Gemeinde vorangebracht. Neue Wege wurden auch für die Kinder- und Jugendarbeit beschritten. Mit der Einstellung einer Gemeindiakonin konnten Mädchentreff, Bubenjungschar und ein Treffpunkt für die Gemeindejugend eingerichtet werden.

 

Seit 2006 versieht Pfarrer Rainer Stockburger den Pfarrdienst in der Gemeinde. In dieser Zeit gelang es den Projektchor zu gründen und neue Formen des Gottesdienstes, z. B. der Minigottesdienst (für Kleinkinder und Eltern) einzuführen.

 

 

Drucken